11 Februar 2014

Länderpunkt "Burkina Faso"

Am Sonntag, also vorgestern, machte ich den Länderpunkt von Burkina Faso.
Im Internet fand ich nur Berichte von Hoppers über Länderspiele, welche in meinen besuchten Ländern anscheinend meistens am Besten sind.
Also ging ich zum Stadion, in der Hoffnung es wird ähnlich wie in Senegal.

Das Stadion heisst "Stade du 4-Aout", fasst maximal 40'000 Zuschauer und ist somit das grösste Stadion dieses Landes.

Stade du 4-Aout

Wie so oft wird auch dieses Stadion von mehreren Clubs benutzt. Um Kosten zu sparen finden an einem Spieltag darin zwei Spiele hintereinander statt, welche ich beide verfolgte.


Team vom zweitem Spiel (schaut die Hosen an der Spieler)

Tickets konnte mann in drei Kategorien kaufen. Ich gönnte mir das teuerste Ticket für drei Franken, hatte dafür aber einen Schattenplatz.
Wie ich später feststelle, sassen die Meisten auch auf dieser Tribüne.


Billigere Plätze

Das erste Spiel war von einem Team aus der Hauptstadt Ouagadougou gegen ein Team aus der zweit grössten Stadt des Landes "Bobo-Dioulasso".
Ich erhoffte mir wenigsten einen kleinen Support, wurde aber enttäuscht. Einige Jugendliche sangen ab und zu ein Lied. Trommeln, Fahnen oder sonst etwas hatten sie nicht.


Hier wurde ab und zu Stimmung gemacht
Zum Beispiel bei einem Tor
Stimmung wurde auf meiner Tribüne gemacht, vermutlich einfach von Angehörigen der Spielern. Die Männer fluchten die ganzen neunzig Minuten herum, wie die ehrgeizigen Väter an einem Juniorenturnier ihres Sohnes.


Von meinem Platz aus aufgenommen
Brüder der Spieler?

Ein Highlight sind für mich immer wieder die Verkäuferinnen im Stadion. Mit ihren farbigen Kleidern laufen sie herum, die Verkaufsprodukte auf dem Kopf. Einige bauen sich auch ihren eigenen Stand auf und der Sohn macht dafür Werbung.


Mutter und Sohn verkaufen Sandwich (Baguette, Hackfleisch, Zwiebeln)

Nach zweimal neunzig Minuten schlechtem Fussball und keinem Support ging ich nach Hause und weiss nun, dass ich höchstens noch für ein Länderspiel in dieses Stadion gehen werde - oder für die guten Sandwichs.



Tschüss :)

10 Februar 2014

Aktualisierung der Vorschau für die kommende Zeit

Ich sprach heute und gestern Abend mit anderen Backpackers, welche mir einen Tipp zu meiner zukünftigen Route gaben.
Sie haben mir abgeraten, vom Norden Benins in den Norden Togos zu fahren.
Von da aus würde ich ja anschliessend in den Süden Togos reisen, anschliessend erneut nach Benin in den Süden und via Togo nach Ghana.
So müsste ich für den doppelten Besuch in Togo und Benin ein Multiple-Entry-Visa kaufen, was wesentlich teurer ist als ein Single-Entry.
Der Besuch vom nördlichen Togo ist dieser Aufpreis offenbar nicht der Wert.

Heisst ich werde wie geplant von Burkina Faso in den Nationalpark in Benin fahren, danach aber direkt runter an die Küste reisen und nach einigen Tagen in den Süden Togos gehen.
Von dort aus werde ich nach Ghana reisen und die restlichen Tagen (ca. zwei Wochen) dort verbringen.

Und wie gesagt am 12.03.2014 nach Hause fliegen..

Ich liebe es, spontan zu reisen. Wer weiss wie viele Anpassungen es noch gibt. :)

09 Februar 2014

Vorschau für die weitere Zeit

Endlich habe ich den Artikel über die Zugfahrt veröffentlicht.
Sobald ich morgen den Beitrag über das Wochenende veröffentliche, bin ich endlich wieder im Zeitplan mit diesem Blog.

Über den Samstag kann ich euch nicht viel erzählen. Zu kaputt war ich von der Reise hierhin um gross etwas zu unternehmen.
Der Sonntag war da wesentlich interessanter. Ich besuchte zwei mehr oder weniger schöne religiöse Gebäude und sah dazu noch zwei Fussballspielen. Auf letzteres gibt es jedoch Fanmässig kaum etwas zu sagen.

In diesem Artikel werde ich euch noch etwas über die ersten Erfahrungen in der Hauptstadt "Ouagadougou" erzählen. 

Jetzt noch zur Vorschau für die kommende Reise:

Achtung: Nicht mehr aktuell, aktualisiert am darauffolgenden Tag!

Spontan fuhr ich ja nach Burkina Faso. Da werde ich nicht über eine Woche sein, weshalb ich einen Monat Ghana auf Rat anderen Reisenden nicht machen werde. Darum überlegte ich mir im Vorhinein, Benin und Togo noch innerhalb der Ghana-Zeit zu besuchen.
Da alle diese drei Länder an Burkina Grenzen, gehe ich zu erst nach Benin und Togo und werde die restliche Zeit in Ghana verbringen.

Am Dienstag werde ich von Ouagadougou in eine andere Stadt in Burkina Faso fahren, nach zwei Nächten komme ich wieder hierhin und gehe am folgenden Tag vermutlich in den Norden von Benin.
Dort befindet sich offenbar einen sehr schönen Nationalpark, welcher ich unbedingt besuchen möchte. Eine Tiersafari wollte ich schon immer machen. :)
In mittleren Teil des Landes von Benin befindet sich offenbar nicht viel besonderes, weshalb ich vom Norden Benins in den Norden von Togo fahren werde.
Von Togo fahre ich dann in den Süden runter und gehe vermutlich noch einmal nach Benin, jedoch in die Küstenregion.
Von einem dieser beiden Ländern werde ich dann nach Ghana gehen, wo ich wie gesagt die restliche Zeit verbringen werde. 

Für Benin und Togo plante ich zusammen etwa zehn Tage, was nicht gerade viel ist. Doch die beiden Ländern sind sehr klein, weshalb es bestimmt reichen wird.
Wenn nicht kann ich auch länger bleiben, was sich jedoch auf die Zeit in Ghana auswirkt.

Kommt alles nach Plan, werde ich ende Februar in Ghana ankommen. Am zwölften März fliege ich dann am Abend nach Amsterdam und von dort aus nach Mailand. Am Dreizehnten werde ich dann gegen den Abend zu in Bern ankommen.

Ach, ich bin aktuell auf dem Höhepunkt meiner Reisemotivation.

Also, machts gut und euch einen guten Wochenstart.
Liebe Gruess usem warme Ouagadougou!

Zugfahrt von Abidjan nach Ouagadougou

Ich freute mich echt, mit dem Zug nach Burkina Faso zu fahren. Zurecht!

Die Zugfahrt kostete mich 27500 CFA, also ungefähr fünfzig Franken. Für eine Reise über vierundzwanzig Stunden finde ich den Preis OK, immerhin sparte ich dabei noch eine Nacht in einem Hotel.

Im Internet wird überall wärmstens empfohlen, in der ersten Klasse zu reisen. Anscheinend ist auch dort eine Fahrt nicht besonders angenehm, doch schon nur die Klimaanlage sollte einem den Preis wert sein. Die fünfundzwanzig Franken Aufschlag finde ich aber schon recht happig, weswegen ich mich dagegen entschied.

Da das Visum auch fast fünfzig Franken kostete, ist es gesamthaft ein teurer spontaner Ausflug. Immerhin ist es in Faso billiger als in Abidjan, weswegen es sich sicher trotzdem auch finanziell lohnt, ein weiteres Land zu entdecken. 

Nun aber zu der Fahrt:

Die gute Frau vom Vortag sagte mir, um acht Uhr muss man am Bahnhof sein, der Zug wird aber erst um elf Uhr fahren. Ich war dann auch in der Früh dort, wieso man aber zu diesem Zeitpunkt schon dort sein muss kann ich noch immer nicht verstehen.
Schliesslich wurde mit dem Kauf des Tickets einen Sitzplatz reserviert, so dass man kurz vor Abfahrt dort sein könnte. Dieses Sitzplatznummer stimmte bei mir aber nicht, so dass ich zurück gehen musste, Ticket umtauschen und danach neu anstehen musste.


Warten um acht Uhr morgens

Vor der pünktlichen Abfahrt um elf Uhr konnte man sich noch standartgemäss mit allem Möglichen ausstatten (zum Glück aber keine Tiere!!).

Ca. sieben Personen- und etwa drei Güterwägen

Ich war in einem Viererabteil am Fenster mit drei sympathischen Menschen. Zum Glück hatten auch alle einen angenehmen Körperbau, weswegen die Voraussetzungen für eine gute Reise gegeben waren. 

Ich sass auf dem grünen Stuhl am Fenster.

Im meinem Abteil war das einzig Negative eine Frau mit ihren beiden Kindern, welche aber nicht viel dafür konnte. Denn "Sitarail" verkauft fairerweise die Fahrtickets für die Kindern zum halben Preis, jedoch haben die dann keinen eigenen Sitzplatz. Kommt die Mutter mit zwei Kindern, muss improvisiert werden.
Und so setzte sich das Ältere öfters auf unsere Oberschenkeln, oder wir teilten die zwei schmalen Plastiksitzen mit ihr. Als das Fünfjährige müde wurde, legte sie sich zum Schlafen auf den Boden, was unsere Beinfreiheit noch mehr einschränkte. 

Die in meinen Augen etwas unbegabte Mutter interessierte es wenig. Sie kümmerte sich lieber um ihr Neugeborenes, wobei kümmern nicht wirklich stimmt. Schlief es nicht weinte es und wenn es weinte stillte sie es.
Auch mit dem älteren Kind spielte sie fast nie, weshalb es dem Mädchen oft langweilig wurde und deswegen weinen musste. Die Mutter konnte ihr jedoch zur Beruhigung nicht den Mund mit ihrer Milch füllen, so dass das Kind öfters minutenlang weinte.

Schön waren aber in diesem Fall die Mitfahrenden. Die Kinder haben einen sehr hohen Stellenwert, weshalb jeder Mutter im Zusammenhang mit ihren Kindern geholfen wird. 

Egoistischer stellen sie sich aber sonst oft an, zumindest aus meiner Sicht.
So viele hören zum Beispiel mit ihrem Handy die eigene Musik, doch nur selten mit den Kopfhören. So vermischt sich in einem Wagen die verschiedenen Musikrichtungen, was sich nicht wirklich gut anhören lässt. Besonders der muslimische Gesang hatte ich nach einiger Zeit satt. 

Im Zug

Ein Highlight waren immer wieder die Stopps an verschiedenen Bahnhöfen.
So konnte ich nicht nur praktisch aus dem Fenster hinaus neues Proviant kaufen, sondern auch die landwirtschaftlichen Einnahmequellen des Dorfes sehen. Nebst den 0815 Produkten wie Getränken, Erdnüssen, Kosmetika und Kleidern, boten sie verschiedenes Gemüse und Obst an. 
Ein weisses sehr kleines (oder geraffeltes) Gemüse, was anscheinend Couscous ähnlich ist, konnte man fast auf der ganzen Strecke kaufen.
In einem Gebiet wurden feine Bananen verkauft, welche noch am Ast waren. 
Kauft jemand einen, wurde er durchs Fenster gegeben, die Bananen abgerissen und der Ast danach aus dem Fenster geschmissen. 

Wurde direkt auf der Schiene abgefüllt

Bananen

Anderes Gemüse

Alles mögliche..

Bei diesen Temperaturen hatte ich natürlich öfters Durst. Um Wasser zu kaufen musste ich ans Fenster gehen, "deee l'eau" schreien und wie durch ein Wunder hörte es eine Verkäuferin in diesem Lärm und überreichte mir das Wasser. An das könnt ich mich gewöhnen. :)

Schrei so laut du kannst!

Einen Nachteil hatte es trotzdem. Da der Zug nur dreimal in der Woche fährt, müssen die Verkäufer jeweils ein gutes Geschäft machen. 
Offenbar läuft es besser, wenn man dabei in einer Lautstärke für das Produkt wirbt. 
Hält dann der Zug etwa alle dreissig Minuten in einem Kaff, lässt es sich nur schlecht schlafen.
Da auch sonst die Afrikaner bekannt fürs laute Diskutieren sind, war ich kurz davor, Tinnitus zu kriegen.

In grösseren Dörfern hielten wir länger an und nur die Personen mit einem Zugticket durften den Bahnhof betreten.
Die Verkäufer versuchten aber alles, möglichst nahe an den Zug zu kommen. So schlichen sie sich hinein oder die mit einem Stand rutschten näher. Sah dies ein Polizist packte er die Verkäufer und schmiss sie hinaus oder schlug mit dem Schlagstock auf die Stände. 

Sie durften nicht näher kommen.

Hinter dem Beton stehen die Verkäufer (gute Avocado-Sandwichs)

Das Zugpersonal war da schon freundlicher. Routiniert kamen die Verkäufer in den Zug, gaben dem Kondukteur etwas von ihrem Produkt, fuhren bis zum nächsten Halt mit und machten dabei gutes Geschäft.

Schlau waren auch einige Reisende. Die nahmen in ihrem Gepäck Verkaufsmaterial mit und verliessen die lange Fahrt wahrscheinlich noch mit Gewinn. 
Im Verlauf der Fahrt verkauften einige sogar unterschiedliche Sachen. So zum Beispiel auf die Mittagshitze hin Fächer, am Abend Tücher und am Morgen Kosmetik.

Am lustigsten waren jedoch die Medikamentenverkäufer. Die betraten den Wagen, stellten sich in die Mitte und erzählten mit Begeisterung etwas über ihre Produkte wie die Menschen in den Werbesendungen im TV.
Und auch im Zug wurde fleissig gekauft..

Die Veränderung der Landschaft war sehr schön zu beobachten. Auf den über 1000 Kilometern veränderte sich die Landschaft vom grünen Abidjan am Meer in eine sandige Landschaft im Norden. Dazu veränderte sich auch das Volk und deren Häuser, was auch sehr spannend anzusehen war.


Immer wieder mussten wir warten..
.. und warten.
Am Ende der Strecke hatte ich wohl an jeder einzelnen Körperstelle von diesem roten Sand.
Wie schon erwähnt, gibt es in der zweiten Klasse keine Klimaanlage. Die Ventilatoren waren defekt, so dass in jedem Abteil die Fenster geöffnet wurden. (Unser Fenster liess sich nicht öffnen, Horror!)

Defekter Ventilator..

Etwas was mir nicht nur auf dieser Fahrt aufgefallen ist, ist, dass es vielen am logischen Denken fehlt.

Zum Beispiel jammert jeder Taxifahrer über die hohen Preisen des Benzins. Beim Warten stellt er den Motor aber selten ab, dasselbe auch wenn er das Taxi verlässt. Zudem wichen die Fahrer in Dakar den Autobahnen aus, weil diese kostenpflichtig sind. Stattdessen warteten sie lieber lange im Stau, stellten den Motor dabei aber nicht ab und verloren Zeit, welche bekanntlich auch Geld ist.

Auf der Reise im Zug erlebte ich es unteranderem mit dem Gepäck.
Da fast jeder mit viel Gepäck reiste und es kaum Platz dafür hatte, stapelten sie dieses aufeinander. 
Kaum jemand kam auf die Idee, eine Tüte mit den benötigten Utensilien für die Reise selbst vorzubereiten. 
Viele hatten keinen Koffer, weshalb sie alles in grosse Reisesäcke abfüllen mussten. Natürlich räumten sie es unüberlegt ein, weshalb nicht nur das ganze andere Gepäck verschoben werden musste, sondern dazu noch das Eigene ausgepackt werden musste. 
Zum Glück hatte es im Zug ja genügend Platz dafür.. :)

Im Nachhinein amüsiert es mich selbst und ich kann darüber lachen. Zum Zeitpunkt im Zug jedoch gar nicht. 
Nach über einem Monat Afrika und einer sehr langen Fahrt in unglaublicher Hitze (Burkina 38 Grad) und kaum Schlaf, erlebte ich es zu oft, um es noch lustig zu finden.

Vom Schlafen wurde ich auch von den Mitreisenden gehindert, welche es aber sehr freundlich mit mir meinten. 
Ich wurde zum Teil gefeiert, öfters aber auch nicht ernstgenommen, weshalb ich nicht in der ersten Klasse reisen wollte. 
Sie konnten es sich nicht vorstellen, dass ich es aus finanziellem Grund nicht tat. 
Offenbar macht man das als Toubab einfach nicht.
Dies bestätigte auch die einzig weitere Weisse in diesem Zug, welche mit ihrem afrikanischen Mann reiste. Sie genossen die Fahrt in der ersten Klasse, wobei auch die angeblich sehr beschränk geniessbar ist.

Ob in der Ersten das WC sauberer war?
Ich war aber froh, die zweite Klasse gewählt zu haben.
Obwohl ich öfters leiden musste, oder genau deswegen, war es ein riesengrosses Erlebnis.

Da wir wegen einem Problem mit der Schiene einen langen Unterbruch hatten, kamen wir viel zu spät an. Einen Beitrag dazu leisteten aber auch die mehreren Güterwagen, welche spontan noch angehängt wurden.

Der lange Unterbruch wollte ich im Schatten dieses Baums geniessen.

Am Donnerstagmorgen war ich um acht Uhr am Bahnhof in Abidjan. Pünktlich fuhren wir um elf Uhr ab und kamen am Freitagabend kurz vor Mitternacht an.

Ich buchte im Vorhinein kein Hotel, weshalb ich noch eins suchen musste. Ich erhielt jedoch einen guten Tipp, so dass ich nach einem kurzen Umweg zur Bank dort erschien - AUSGEBUCHT.
So machte ich mich nach Mitternacht in einer unbekannten Stadt auf die suche nach einem Hotel. Ich konnte bei der Bank jedoch kein Geld beziehen, so dass mein Budget sehr beschränkt war.
Die meisten Hotels entsprachen nicht meinen finanziellen Mitteln oder waren ausgebucht.
Um halb drei Uhr morgens ging ein Mitarbeiter endlich auf etwas ein, was ich bei allen anderen auch fragte.
Für wenig Geld durfte ich in der Eingangshalle des Hotels auf einem Stuhl schlafen. Nach über vierundzwanzig Stunden auf einem unbequemen Plastikstuhl war dies Luxus. Ich durfte sogar noch duschen, was sich wie eine Wiedergeburt anfühlte.
Bevor sein Chef kam, musste ich gehen. Und so machte ich mich einmal mehr auf die Suche nach einem Hotel. Die Günstigen waren ausverkauft und die Teuren zu teuer für mich.
Und so landete ich um neun Uhr morgens erneut beim allerersten Hotel, welches in den folgenden Nächten ein Zimmer frei hat.

Endlich bin ich fertig mit diesem Bericht. Ich hätte noch so viel schreiben können, wusste deswegen nicht wo anfangen und beenden.

Gleich erzähle ich euch noch kurz etwas über das kommende Programm.

Liebe Grüsse, Sebastian :)


08 Februar 2014

Fazit Elfenbeinküste

Schon wieder ist eine Woche vorbei und mit dieser Woche auch schon die Hälfte meiner Reise.

Ich kann nach wie vor auf eine geniale Zeit zurückblicken, was ich sicher auch meinem gesundheitlichen Wohlbefinden zu verdanken habe. 
Ich hatte nie irgendwelche Komplikationen, kein Erbrechen, kein Durchfall und zum Glück auch kein Malaria. So darf es weitergehen!

Es ist aber schade, verliess ich die Elfenbeinküste schon nach einer Woche.
In erster Linie blieb ich wegen dem Finanziellen nicht länger. Abidjan selbst ist unglaublich teuer.
Auch die Lebensunterhaltungskosten in Dakar waren sehr hoch, dort fand ich aber eine günstige Übernachtungsmöglichkeit.

Die Elfenbeinküste ist ein grosses Land, in welchem es viel zu entdecken gibt. Es steht aber (erneut) erst am Anfang des Tourismus, was das Bereisen natürlich spannend aber auch sehr schwer macht. 

Ich konzentrierte mich jedoch einfach auf Abidjan, wo ich sehr viel erleben konnte. 

Die einzigen drei von Lonely Planet empfohlenen Sehenswürdigkeiten hatte ich schnell gesehen. Die Pyramide war der grösste Flop, bei der Kirche genoss ich einzig die Aussicht und das Museum war begrenzt interessant. 

Ansonsten gilt auch hier: das spannende ist der Alltag und das Sein mit den Menschen.

Die Personen hier wirken auf mich eher gelassen. Nicht nur auf dem Plateau, auch ausserhalb in den Quartieren geht das Meiste ruhig zu und her. 
Wäre ich direkt aus der Schweiz hierhin geflogen, hätte ich dies sicher nicht so geschrieben.
Ich komme aber aus Dakar, was wohl sehr viel in Sache Hektik in den Schatten stellt.

In Dakar liegt Business und Alltag auch viel näher beieinander. Auf dem Plateau in Abidjan haben beispielsweise die meisten Kiosks und Läden ausserhalb der Geschäftszeiten geschlossen. Also kaufte ich mein Abendessen immer ausserhalb. 
In Dakar ist dies nicht der Fall, nur wenige Quartiere kommen dort zur Ruhe. 

Gegessen wird in Abidjan hauptsächlich Reis. Besonders oft bekommt man dazu (getrockneter) Fisch oder leckeres Huhn. 

Das einfache Menu wird selten ins Brot getan, sondern "normal" auf einem Teller serviert und direkt neben dem Verkaufsstand am Klapptisch gegessen.

Ich dachte im Vorhinein, dies wird das sichtbar ärmste Land der drei Ländern, welche ich schon von Zuhause aus buchte (Senegal, Elfenbeinküste und Ghana).

In Abidjan wurde die Armut in die Aussenquartieren verschoben, in welche ich nicht einfach zum Gaffen hingehen wollte. Als ich aber das erste Mal die ehemalige YB-Akademie besuchen gehen wollte, wurde ich durch diesen Junge in eins der vielen Elendsvierteln geführt. 

Trotzdem kann und will ich die Armut nicht vergleichen, schliesslich war ich in der Elfenbeinküste auch nur in zwei Städten. 

Was den Strassen in Senegal und Gambia unglaublichen Charme verleiht, fehlt in der Elfenbeinküste ganz klar. Die orangen Taxis und die weissen Busse werden kaum dekoriert. Ab und zu schrieb jemand etwas drauf, mehr aber nicht (z.B das es ein klimatisiertes Taxi ist).

Die Autos haben kaum Mängel, ich sah keine einzige kaputte Frontscheibe an einem Taxi. 
Die Strassen selbst sind übrigens auch in relativ gutem Zustand. Der Verkehr wird vielenorts durch Ampeln und Polizisten geregelt.

Viele fragten sich sicher wie es mit der Sicherheit in der Elfenbeinküste aussieht. 
Bis 2007 war da Bürgerkrieg, im 2010/2011 gab es noch einmal vergleichsweise kleiner Aufstände. Mittlerweile hat sich zum Glück die politische Lage grösstenteils beruhigt.
Angst muss man höchstens noch von Raubüberfällen haben.

Ich fühlte mich aber eigentlich immer sicher. Ich mied dafür öfters einzelne Wege und nahm im Dunklen fast immer ein Taxi. 

Jedes Geschäft hier ist mit Sicherheitsmänner bewacht, Polizisten und Soldaten stehen an vielen Orten und die United Nation fährt mit ihren dick angeschriebenen weissen Autos dauernd herum. 
In vielen Geschäften musste ich meinen kleinen Rucksack hinterlegen und den Sonnenhut abziehen.

Viele Polizisten, Sicherheitsmännern und Soldaten nutzen ihre Macht auch gerne für ein zusätzliches Sackgeld. 
So oft kamen sie zu mir und wollten (vergebens) für irgendetwas Geld von mir haben.

Zum Beispiel ein Sicherheitsbeauftragter in einem Supermarkt:
Er lief mir auf Schritt und Tritt hinterher und schaute mir beim Einkaufen zu, bewusst völlig offensichtlich. Nach einiger Zeit fragte ich ihn ob ich irgendetwas falsch mache oder sonst etwas nicht gut sei. 
Er sagte mir, er habe mich erwischt und er lässt mich erst wieder gehen wenn ich ihm etwas Geld gebe, sonst kriege ich Probleme. 
Wer fliegt auf so etwas hinein?

Etwas zu Trinken kaufen, Schattenplatz im Grünen finden und einfach nur das Treiben in der Umgebung verfolgen. Dies konnte ich auch in der Elfenbeinküste stundenlang tun, ohne dass es mir dabei langweilig wurde.

Das Wetter dagegen war sehr anstrengend. Es war täglich über 30 Grad mit einer extrem hohen Luftfeuchtigkeit. Die Sonne sah ich jedoch nur selten. Denn zu dieser Zeit kommt immer der Harmattan-Wind, welcher Staub und Sand aus der Sahara mit sich führt.
Deswegen sind auch viele Fotos unscharf. Je nach Sonnenlicht ist der Blick in die Weite stark eingeschränkt.

Wenn ich schon über Sonne schreibe, hat jemand von euch schon einmal versucht in Afrika Sonnencreme zu kaufen? Ist nicht einfach! :)

Es war eine spannende Erfahrung in diesem Abidjan zu sein. Ich werde hier bestimmt wieder hinkommen und dabei versuchen, mehr vom Land zu entdecken.
Für dies bräuchte ich aber vorerst eine wohlhabende Frau oder einen sonstigen Sponsor.

Eh ja..
Schön habt ihr auch auf dieser Etappe meinen Blog gelesen.
Viel Spass nun beim Lesen über die Reise in Burkina Faso und allen weiteren Orten.

Im Verlauf des Sonntags veröffentliche ich hier noch den Artikel über die Zugfahrt nach Burkina Faso und erzähle euch was ich tat, als ich in Ouagadougou angekommen bin und kein Hotel mehr fand.

Tschüss Abidjan

Liebe Grüsse,
Sebastian!