02 Januar 2014

Verhalten vieler Senegalesen

Ich möchte euch noch etwas über das Verhalten einiger Einheimischen erzählen:

Viele kennen es sicher vom Strand. Dauernd wird man gestört durch irgendwelche Leute, die dir irgendetwas verkaufen möchten.
Doch was am Strand läuft, ist gegenüber Dakar sicher nichts.

Ich werde hier dauernd (fast immer freundlich) angesprochen, und nicht etwa alle zwei Minuten. Oft sind es mehrere in einer Minute, welche dir zum Teil über 20 Meter nachlaufen.
Gerade Touristenschlepper und Verkäufer vor den Geschäften stellen sich taktisch sehr gut an, um mit mir ins Gespräch zu kommen. Per Zufall hat eigentlich auch jeder irgendwelche Bekannte in Lausanne oder Genf.
Wenn man die Person jedoch ignoriert oder freundlich das Gespräch beendet, wird man oft als Rassist, Mensch ohne Herz oder sonst wie beschimpft.
Und wenn ich mit jemandem kurz spreche, kann ich sicher gehen, dass zwei drei andere Verkäufer mir irgendetwas andrehen wollen.
Und so ging ich, wenn ich zum Beispiel auf die Kartenapp meines Handys sehen wollte, in eine Bank hinein.

Zudem versuchen sie mit allen möglichen Mitteln, durch mich Geld zu verdienen.
Ein Beispiel von heute: Ich machte ein Foto von den gelben Taxis mit einigen Menschen dazwischen, ohne jemand gezielt ins Visier zu nehmen. Ich lief keine fünf Meter und schon rempelte mich ein junger Mann an. Er erklärte mir, dass ich kein Recht auf Fotos habe und ich sofort damit aufhören soll. Ich habe meine Kamera danach auch versorgt und beendete das Gespräch. Doch dies reichte ihm nicht. Ich soll ihm sofort Geld geben (nicht wenig), ansonsten muss ich mit ihm zum Polizeiposten gehen. Natürlich gab ich ihm kein Geld und nach bestimmt über fünfzig Meter lies er mich dann endlich in Ruhe. Dies schränkt halt auch meine Fotos ein. Schliesslich wollte ich nicht "störend", aber auch nicht undercover fotografieren. Und so habe ich auch heute, nur wenige Fotos machen können.

Doch das schwerste für mich persönlich ist die dauernde Bettelei der Kinder. Und damit meine ich mehr die Schwierigkeit, ihnen kein Geld zu geben.
Jeder kennt die Werbungen der Spendenorganisationen, welche um Geld für Kinder in Afrika bitten. Und jetzt stellt euch vor, die Kinder aus der Werbung sind direkt neben dir, schauen zu dir hinauf, zupfen an deinen Kleidern und wollen von dir ein wenig Geld in die Blechbüchse.
Doch einstimmig wird ihm Internet gewarnt, den Kleinen kein Geld zu geben. Anscheinend brauchen es die Meisten für Drogen (Ergänzung: oder für einen z.T. skrupellosen Gläubiger). Und das möchte ich garantiert nicht unterstützen. Hmm.

Durch all diese Dinge ist es sehr schwer, mit den Einheimischen richtig in Kontakt zu kommen. Den in mir sehen sie oft nur einen Bankomat.

Was ich dazu aber noch sagen möchte:
Ich kann fast all ihre Tätigkeiten nachvollziehen. Die Menschen hier wünschen sich vermutlich alle einen "normalen" Job, ohne dass sie dabei jemanden abzocken müssen. Und somit fällt es mir oft sehr schwer, ihnen einen Korb zu geben. Aber würde ich es nicht tun, wäre ich wohl schon gestern Bankrott gegangen.

Dies schadet leider auch den Personen, welche keine oft gespielte Freundlichkeit auflegen und es mit mir "echt" meinen. Denn die meisten Einheimischen sind mir nach wie vor unheimlich sympathisch.

Genug negatives gesagt.
Ihm nächsten Post erzähle ich von meinem heutigen, abwechslungsreichen Tag.

Bis när..

01 Januar 2014

Erster Tag

Heute Mittag machte ich mich bewusst etwas planlos auf den Weg ins absolute Zentrum von Dakar.
Ich wollte zuerst einmal erste Eindrücke von Dakar und natürlich den Menschen hier gewinnen.
Und so nahm ich von meinem Hostel aus ein Taxi zu einem viel erwähnten Platz in Dakar. Dieser glänzt jedoch nicht durch sein Aussehen, sondern mehr, weil sich hier fast alles Geschäftliche trifft. Ausserdem ist der "Place de I'Indépendance" so etwas wie das Zentrum von Dakar City (gennant Plateau). 

Da heute aber auch in Senegal ein Feiertag ist, war bei diesem Platz gar nichts los. Wie ich später erleben durfte, war dies wohl der einzig ruhige Ort in dieser Stadt (im Gegensatz zu den Anderen haben es sich die Banker ja auch verdient, sich heute etwas auszuruhen..). 

Noch etwas geschockt von der unerwarteten Menschenleere, begab ich mich zu einem Bankomat und hob wenig Geld ab. Ich lief noch keine 10 Meter und schon war ich in der Hand eines berühmt berüchtigten "Touristenschlepper". Mit guter Strategie hatte er mich bald dazu bewogen, von ihm etwas die Stadt zeigen zu lassen. Ich wusste natürlich das es nicht gratis war, doch das wenige Geld war es mir Wert. Schliesslich konnte ich so innert ungefähr zwei Stunden, einfach einen kleinen Überblick über die Stadt gewinnen.

Baobab Baum (Affenbrotbaum)

Die restliche Zeit verbrachte ich im Plateau. Die interessanten und schönen Orten werde ich sicher noch einmal "bewusster" Besuchen und euch danach etwas darüber erzählen.

Ich ass übrigens "Schwarmas" in einer von Lonely Planet empfohlenen typischen Snack Bar. Das Essen ist vergleichbar mit einem Kebab. Jedoch verleiht die andere Sauce, sowie die spezielle Marinade am Fleisch und einige andere Zutaten für einen eigenen Geschmack. Ich fands gut :)

Ausserdem wurde mir heute so ziemlich alles vorgeführt, woran ich immer dachte, wenn jemand vom urbanen Afrika sprach:

Überall fuhren farbige, klapprige und überbesetzte Kleinbusse herum, an welchen sich  die Afrikaner von aussen festhielten, um auch noch mitfahren zu können. Auch sonst war der Verkehr ziemlich krass. Die Strassen oft ungeteert und voll mit Schlaglöchern, sowie uralte Autos (Hupe funktioniert) und dazu natürlich einen katastrophalen Fahrstil der Afrikaner.

An jedem möglichen Ort versuchten sie alles Mögliche zu verkaufen. Dazu breiteten einige ein Tuch aus, um ihr Material hinzulegen, gewisse Personen halten es nur in der Hand und andere Verkäufer bauten sich dazu einen kleinen Wagen, um es noch schöner anbieten zu können.
Das riesengrosse und dadurch farbige Sortiment der Früchte präsentieren die Senegalesen wiederum auf einem grossen ziehbaren Anhänger.

Unteranderem beim Spielen, erlebte ich die Kinder (zumindest für mich) klischeehaft. Ein Junge versuchte sich beim Rollerbladen, ein Grüppchen spielte Fussball und Andere spielten sonst was auf meist befahrenen kleinen Strassen - voller Freude.

Ich könnte noch lange schreiben. Doch Fotos sagen (oft) bekanntlich mehr als tausend Wörter.
Ab Morgen nehme ich meine Kamera mit und somit solten bald Fotos folgen.

Wenn ich schon von Morgen schreibe:
Da werde ich vermutlich auf die "Île de Gorée" gehen. Eine Autofreie, kleine Insel gleich bei Dakar, auf welcher früher tausende von Afrikanern als Sklaven "verschickt" wurden. Mehr könnt ihr vermutlich schon Morgen am späten Abend lesen. 

Ah doch noch etwas zu meiner Unterkunft:
Das Hostel befindet sich im Banlieue von Dakar, wo auch die meisten Menschen wohnen, um von dort aus Richtung Plateau arbeiten zu gehen. 
Fürs Hostel zahle ich pro Nacht etwa 10 Franken, dafür ist es in einem Schlafsaal mit 5 anderen Menschen, welche ich aber noch nie gesehen habe. Leider, denn so würde ich mit Touris und Anderen schneller in Kontakt treten, damit wir einander Tipps geben können und jenachdem zusammen etwas unternehmen können. Keine Ahnung wieso niemand weiteres einckeckt. Auch wenn es nicht luxuriös ist, angenehm zum Schlafen ist es sehr wohl. Vielleicht ja Morgen.

Mein Hostelzimmer

Bis morn, LG Sebastian






Hinreise

Erwas über die Reise von Mailand nach Dakar (Hauptstadt von Senegal):

Der Flug am Morgen von Mailand nach Paris verlief reibungslos.
Vom Flughafen "Paris Orly" musste ich für 20€ zum anderen Flughafen in Paris (Charles de Gaulle) fahren. 
Der Transfer mit der Metro und das darauf erneute Einchecken, sorgten zum Glück für eine kürzere Wartezeit.

Der Flug nach Dakar war gut und unterhaltsam.
Da spührte ich auch zum ersten Mal das "Afrika-Feeling". Nicht nur weil es mindestens 90% Afrikaner im vollbesetztem Flieger waren, sondern weil wir unter Anderem eine Stunde Verspätung auf Grund einer riesigen und völlig unübersichtlichen Diskussion zwischen X-Passagieren im Flugzeug hatten. Ursprünglich ging es um einen Kunden der anscheinend kein Ticket besitzt. Das Personal brachte gar keine Ruhe hinein und irgendwann verlor wohl nicht nur ich die Übersicht in diesem "Gespräch".



Dieses Foto knipste ich kurz vor der Landung über Dakar.

Da der Flug Verspätung hatte und ich am Flughafen etwas lange aufs Visum warten musste, wurde es langsam eng um 00:00 irgendwo an einem guten Ort zu sein.

Dazu kam es dann auch nicht. Ich wurde ein erstes Mal ziemlich abgezockt von Taxifahrern (waren zu zweit im Auto).
Als er plötzlich still stand und nicht mehr weiterfahren wollte, blieb mir wohl oder übel nach langem diskutieren nichts anders übrig, als ihm noch etwas mehr Geld zu geben. Anfängerfehler? Eh ja, wird garantiert noch öfters vorkommen. 

Der Rutsch ins neue Jahr verbrachte ich übrigens mit dem Typ von der Reception und zwei seiner Kollegen im Hostel.
An dieser Stelle: Guets Nöis! 

Über die ersten Eindrücken und weiteren Erlebnisse, werde ich euch natürlich auf dem Laufenden halten. 

Saletti, Sebastian

(Übrigens: der Zeitunterschied ist minim. In Senegal bin ich gegenüber den Menschen in Bern nur eine Stunde hinterher. Die Zeit, welcher bei den Posts steht, wird nach der Zeit im Bern angezeigt.)

30 Dezember 2013

Los gehts..


"Endlich geht es los", wobei das endlich beim Abschied nicht wirklich passent war. 
Denn mittlerweile verspüre ich schon eine gewisse Anspannung, schliesslich habe ich trotz vielem recherchieren kaum Ahnung, was wirklich auf mich zukommen wird.
Aber genau dies reitzt mich so sehr, dass ich mich auch wegen dem für diese Destination entschieden habe.
Und somit bin ich nach wie vor guter Dinge und freue mich sehr.

Mit dem Zug fuhr ich gerade nach Brig, dort stieg ich um und jetzt bin ich unterwegs nach Mailand, wo ich am Flughafen übernachten werde. Da ich bereits um 9:20 Uhr abfliegen werde, reicht es zeitlich nicht, erst am Morgen des Abflugs abzureisen. 
(Die Route findest du im "Zurzeit".)

Gruess, Sebastian

29 Dezember 2013

Packen

So, fertig gepackt. Das Material für die nächsten 2.5 Monaten verstaute ich in einem 45 Liter Rucksack von "Bach". Ich nahm bewusst keinen grösseren Rucksack, denn so hatte ich keine andere Wahl, als nur das Nötigste mit zu nehmen. So wiegt alles zusammen rund 12 Kg.
Um Platzt und Gewicht zu sparen, verstaute ich fast alles in Vakuumierbeuteln aus der Migros. Die sind praktischerweise auch noch Wasserdicht.
Hoffentlich habe ich alles eingepackt :).



Liebe Gruess, Sebastian